
Blog
Yogi sein – Wie spirituell kann ich sein?
Yoga. Was für ein riesiges Konzept. Im Allgemeinen verstehen wir Yoga als Weg zur Einheit. Die Verbindung, ja, das Aufgehen im wahren, großen Bewusstsein. Gott, wenn man so will. Puh.
Als ich mit Yoga begann, wollte ich bloß, dass meine Schulterschmerzen verschwinden. Yoga war für mich, wie für viele zu Beginn, gleichzusetzen mit Asana. Ich hatte keinen Schimmer, was da dahintersteckt. Mein nächst tieferer Einblick war auf Kundalini Yoga. Yep, das hat mich gleich mal ziemlich abgeschreckt. Erwecken der Kundalini. Stoßatmen bis zur Trance. Sowas von abgedreht. Ich nahm die Gymnastik und das reichte mir dann auch.
Aber, und ich muss sagen, das ist für mich absolut ungewöhnlich und seither in keinem Bereich meines Lebens wieder und auch davor nicht passiert – ich blieb dran. Mit Leichtigkeit. Was mich tiefer und tiefer in den Hasenbau hineinführte. Bin ich jetzt spirituell? Weiß nicht. Vermutlich. Aber auch so sehr in der Realität wie nie zuvor.
Yoga ganz handfest
Meditation. Auch so ein Teilbereich, in den ich ganz langsam und ganz spät reingesickert bin. Zur Meditation fand ich eigentlich erst durch die intensive Auseinandersetzung mit der ayurvedischen Psychologie. Ayurveda und Yoga. Vielleicht schon mal gehört, das sind Schwesterdisziplinen. Yoga ohne Ayurveda kratzt nur an der Oberfläche. Ayurveda ohne Yoga ist wie querschnittsgelähmt.
Ich kannte Meditation nur als Fantasiereisen. Ein nettes Gedankenspiel. Bis ich mir traditionelle Techniken zu Gemüte geführt habe und meinen Weg fand – der zumindest jetzt aktuell gerade passt. Kann sich alles ändern. Und bei der Meditation lässt sich schon gut erahnen, wie das so ist mit der Vereinigung mit dem großen Ganzen. Das holt dich wieder runter auf dem Boden, sag ich dir. Von "abgehoben" keine Spur.
Einssein. Und dann?
In meiner klassischen Sivananda Yoga Ausbildung habe ich gelernt, dass erleuchtete Menschen dann so allmählich ihren Körper verlassen. Naja, die vermeintlich Erleuchteten waren auch eher fortgeschrittenen Alters. Folgendes ist bei mir spürbar:
Wobei ich ABSOLUT NICHT behaupte, ich sei erleuchtet. Ich glaube, in so mancher Meditation einen Hauch davon wahrgenommen zu haben. Was ich darin wahrgenommen habe ist vor allem Zufriedenheit. Eine unerschütterliche Ruhe. Warum das so ist? Weil ich völlig im Moment war. Im Moment, gibt es nichts zu fürchten, nichts zu planen, nichts zu hadern. Da bist du halt einfach. Die wunderbare Wonne. Ananda.
Und plötzlich kennst du dich. In und auswendig. Bist verliebt, mit dir, mit der Welt.
Yoga ist ein Kennenlernen
Yoga sagt, es sei das Nicht-wissen, das dich unglücklich macht. Das nicht mehr wissen, wer und was du bist. Und DAS kann ich unterschreiben. Nicht in jeder Meditation erkenne ich mich. Aber wenn ich es tue, bin ich ziemlich glücklich. Und ich bin wirksam in der Welt. Ich sehe alle und alles um mich herum so deutlich, wie mich selbst. Sodass ich für mich da sein kann. Erkennen kann, wo ich etwas bewirken kann. Wo ich helfen kann. Oder wo ich mich besser um meinen eigenen Kram kümmere.
Darum sind Yoga und Ayurveda Werkzeuge, sich kennenzulernen. Jeden Tag neu. Denn du bist heute nicht mehr die Person, die du gestern warst. Das Leben ist Veränderung. Nichts bleibt. Nichts Gutes. Nichts Schlechtes. Nicht einmal du. Trau dir zu, jeden Tag neu hinzuschauen. Wenn du dabei gern Begleitung hättest, lass dich an die Hand nehmen. Vielleicht von mir.
Alles Liebe
Deine Sabine