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Yoga fußt auf Patanjalis achtfachen Pfad: Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi. Eine vollständige Yogaeinheit beinhaltet alle 8 in irgendeiner Form.
Zum Beispiel: Zu Beginn legst du den Tag ab, bringst die Gedanken zur Ruhe – Pratyahara, das Zurückziehen der Sinne.
Du konzentrierst dich auf deine körperlichen Empfindungen und wirst eins mit deinem Sein. Gedanken fließen wie einem Fluss an dir vorüber. Dharana – Konzentration. Und Dhyana – eintauchen in dein Bewusstsein.
Dann folgen ein paar Minuten Atemübung, um deinen Energiefluss auszugleichen. Pranayama.
Und schließlich übst du eine Reihe von Asanas. Dabei kommt Aparigraha zum Einsatz, ein Yama. Das Loslassen von Erwartungen, wie deine Haltungen auszusehen haben. Stattdessen akzeptierst du, was zustandekommt. Das kommt Hand in Hand mit Santosha, dem Niyama, das Zufriedenheit etablieren möchte.
Yoga & Bewegung
Patanjali beschreibt im Yoga Sutra, was er mit Asana meint. Sitzen. Alle anderen Asanas und Yogastile entstanden im Laufe der Zeit und gewannen so viel Popularität, dass der Ursprung in Vergessenheit geriet.
Es gibt die Theorie, dass alle Asanas nur dazu sind, besser sitzen zu können. Denn das Ziel ist immer die Versenkung in Samadhi – das Ergebnis der Meditation. Je länger du entspannt sitzen kannst, desto leichter kommst du da hin.
Und hier kommt meine Theorie:
Du kannst jeden Sport zu Yoga machen.
All das, was ich eingangs erwähnt habe: das Loslassen von Erwartungen, Konzentration auf deinen Körper, Loslösen von deinen Gedanken … das geht auch beim Laufen, beim Schwimmen, beim Jiu Jitsu, beim Gewichtheben. Was auch immer du tust, kannst du in einem yogischen Mindset tun.
Genau genommen ist das der Sinn jeder Yogapraxis. Überall in deinem Alltag kannst du die Yogaphilosophie einbringen. Du kannst mit allen Sinnen das Mittagessen kochen, konzentriert und einfühlsam für dein Kind da sein, beim Mandala ausmalen in deinem Sein versinken, einen Igel von der Straße holen und ihm das Leben retten … Das ist alles sehr yogisch.
Yoga kann so vieles sein
Im Grunde ist Yoga bloß ein gutes Leben. Ich kann jeden Tag eine Stunde Asanas machen und trotzdem ein Arschloch sein. Das ist nicht Yoga. Aber ich kann auch eine halbe Stunde spazieren gehen, dabei was für mein Herz-Kreislauf-System tun und am Nachmittag mit ganzem Herzen meiner Tochter bei den Hausaufgaben helfen. Das ist 100Mal mehr Yoga.
Bewegung gehört für mich zu einem guten Leben dazu. Ein täglicher Check-in mit dem Körper, um ihn gesund zu erhalten. Völlig egal, wie lange dieser dauert und in welcher Form.
Yoga will keine Schablone über dein Leben leben, in die du dich gefälligst reindrückst. Yoga gibt dir Richtlinien für ein Dasein in Mitgefühl und Hingabe an etwas Größeres. Und das finde ich richtig schön.